Seite auswählen

design
  • Facebook

Heutzutage ist es für das untrainierte Auge sehr schwer im Rückspiegel einen Audi A3 von einer A8 Limousine zu unterscheiden. Wobei das Wort „untrainiert“ hier noch nicht einmal richtig passt – selbst mir passiert dies allzu oft, obwohl ich viel Zeit mit Autos und basierenden Themen verbringe und über neue Modelle bescheid weiß. Es kann wohl niemand leugnen, dass, wenn man es auf den deutschen Markt bezieht, Audi und BMW derzeit wohl einer der extremsten Beispiele hierfür sind. Jedoch nähern sich auch Mercedes allmählich und VW sowieso diesem Trend an.

Fakt ist also, dass Autos sich sowieso immer mehr ähneln und markenintern immer öfter der präzise definierte Designstempel auf jedes einzelne Fahrzeug aufgetragen wird. Es sind nicht Scheinwerfer und Kühlergrill deren Form man festsetzt, sondern sogar ganze Formenzüge, die angefangen beim Kleinstwagen sich bis zur großen Luxuslimousine hin durch das ganze Marken-LineUp ziehen. Weil langsam aber sicher jede Marke früher oder später damit anfängt – das verrät ganz klar der Trend – muss man sich also eine Frage stellen: Warum machen die das alle? Sind die Designer so faul, dass sie sich nur noch auf ein stetig sich weiterentwickelndes Design konzentrieren? Wohl kaum. Also, who is to blame? Die Schuldigen für diese Entwicklung sind recht einfach auserkoren: Wir sind es! (Sorry für die Verallgemeinerung! Leute, die einen Alfa oder etwas anderes exotischeres fahren: Fühlt euch einfach nicht angesprochen.) Die Hersteller versuchen uns ein ganz genaues Bild der Marke in unsere Köpfe einzubrennen. Jeder würde sofort aus großer Entfernung erkennen, dass jenes neue Modell, was er zwar noch nie vorher gesehen hat, nun aber zum ersten mal auf der Straße sichtet, ein Audi ist – obwohl er das Logo noch nicht erkennt. Sicherlich für ein geschultes Auge ein sehr leichtes Spiel dies auch bei vielen anderen Marken zu erkennen, jedoch ist es ja die Masse, die nicht in dieser Hinsicht geschult ist. Deswegen versuchen Hersteller dies so leicht wie nur möglich zu gestalten. Denn ist erstmal ein präzise definiertes Design in der Köpfen der potentiellen Kundschaft, ist es umso leichter neue Modelle neben den vorhandenen zu platzieren.

Doch dies ist nicht das Ende der Geschichte. Wer im Kopf ein sehr genaues Bild einer Marke verankert hat, der achtet nicht mehr auf das Grobe – man geht mit seinem Blick viel mehr ins Detail, wenn Besonderheiten vorhanden sind (beispielsweise Sportfelgen). Also, was bringt das dem Käufer? Der Käufer denkt in erster Linie über das nach, was andere denken, wenn sie ihn in einem Auto sehen. Nehmen wir an, jemand fasst einen Jaguar F-Type V8s und einen Porsche 911 Carrera S ins Auge und versucht nun abzuwägen, welches der beiden Autos am besten für ihn sei. Was Menschen, wenn sie ihn im F-Type sehen? Wahrscheinlich würden sie zwar erkennen, dass es sich bei dem Gefährt um einen Jaguar handelt, könnten zuordnen, dass es sich um ein teures Auto handelt und der Fahrer wohl ein wohlständiger Mann ist. Doch, dass es sich hierbei um eine sündhaft teure Topvariante des Modells handelt, ist für die Wirkung auf Fremde nutzlos, denn die meisten würden nicht einmal den Modellnamen kennen. Ganz anders ist dies der Fall beim Porsche. Jeder weiß, dass ein 911er sündhaft teuer und schnell ist. Doch sehen sie die markanten Details am Auto sowie den Schriftzug hinten, fangen sie an wild umher zu springen und wenden ihren Blick nicht mehr ab. Von diesem Punkt ist klar, welches der beiden Autos sich am besten für eine Persönlichkeitsverlängerung eignet.

Natürlich denkt nicht jeder so. Doch was zählt ist die Masse, und diese verkörpert leider genau dieses Verhalten.