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Der Nissan Juke Nismo bringt eine neuartige und auch ungewöhnliche Mischung an Zutaten mit, die das Auto schmackhaft machen soll. Es ist ein Cross-Over, das durch ein straffes Fahrwerk, einen potenten 4-Zylinder und eine Optik, die auffällig sowie polarisierend ist, in der Theorie vielleicht die ein´  oder andere Frage aufwirft. Passt das wirklich zusammen? Ergibt das eine neue Kategorie von Auto, die bald noch mehr Player von Seiten anderer Hersteller umfasst?

Es gehört wohl zur standardmäßigen Vorgehensweise der meisten Journalisten, wenn sie ein neues Auto testen, dies einer Kategorie zuzuordnen und einen Vergleich mit einem Klassenprimus zu ziehen. Der Nissan Juke Nismo macht denjenigen die Arbeit diesbezüglich schwer, da ein direkter Rivale nicht existiert. Den einen oder anderen wundert es sicherlich auch, warum Nissan gerade den Juke auswählte um ein eigenes Hot-Hatch auf den Markt zu bringen. Doch dann erinnert man sich, dass Nissan eine Marke ist, die sich nicht wesentlich um traditionelle Formen scherrt. Und das ist auch gut so und bringt Vielfalt auf den Markt. Man sollte dieses Fahrzeug als etwas Neues sehen und auch als solches bewerten.
Zugegebenermaßen hatte ich vor der Möglichkeit das Auto zu testen einige Bedenken bezgl. der Fahreigenschaften. Optisch wusste ich bereits vorher nach ausgiebiger Betrachtung, dass die Veränderungen außen funktionieren – sie komplettieren das extravagante Design der Basis. Doch bewusst war mir auch, dass ein Cross-Over natürlich einen erhöhten Schwerpunkt haben wird und somit unweigerlich doch vermehrt zu Body-Roll neigen müsste. Doch weit gefehlt – der Juke bietet ein straffes Fahrwerk, das dem Auto kaum Seitenneigung erlaubt. Wäre nicht die erhöhte Sitzposition, würde man glatt denken, man säße in einem deutlich tieferen Kompaktwagen. Schnell wurde mir nach ein paar Kurvenjagden auch bewusst, dass dieses Auto nicht nur mit dem Äußeren große Erwartungen setzt, sondern diese auch fahrtechnisch erfüllen oder sogar übertreffen kann. Das Auto in den Sportmodus geschaltet ist die Lenkung sofort gestrafft und der 200 PS – starke 1.6 Liter 4-Zylinder-Motor hält die Drehzahl so, dass der Turbolader stets ohne Verzug bereit ist alles zu geben. Ja, von dem CVT-Getriebe, welches in dem bereitgestellten Testwagen als Option verbaut wurde, war ich sehr positiv überrascht. Es eignet sich besser als konventionelle Automatikgetriebe kurzfristig Leistung abzurufen, da die Drehzahl bei durchgedrücktem Gasfuß stets im optimalen Drehmomentbereich gehalten wird.

Exterieur

Der Juke fällt auf – doch fährt man die Nismo-Version, trifft man auf wenige Menschen, die nicht interessiert gucken. Man könnte meinen, das der Juke Nismo aussieht wie ein richtiger Rallye-Fighter: Robust, viel Bodenfreiheit, einige Aerodynamikteile und hinzu die beiden runden Frontscheinwerfer – eigentlich möchte man am liebsten mit gnadenlosem Gasfuß über Schotterwege fegen. Die beste Eigenschaft des Exterieurs ist die, dass alles im Vergleich ganz anders ausschaut – auf eine gute Art und Weise. Es ist nicht nur der erste Eindruck, der gut ist, sondern auch beim genauen Hinsehen bemerkt immer wieder neue Details. Das gesamte Äußere besteht aus unzähligen verschiedenen Formansätzen, die aber in der Gesamtbetrachtung alle stimmig ineinander übergehen und ihren Teil zum extrovertierten Design beitragen.

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Interieur

Nissan hat für den Innenraum all´ das, was man von einem Hot-Hatch erwartet und sogar noch mehr für die Instrumente des Fahrers realisiert. Die mit roten Nähten versehenen Sportsitze bieten beides zugleich: exzellenten Seitenhalt in Extremsituationen sowie sehr guten Fahrkomfort bei längeren Strecken. Den Wahlhebel für das CVT-Getriebe hat man ebenfalls mit einem „Nismo“-Schriftzug sportlicher gestaltet. Was jedoch am besten gefällt, ist das Lenkrad, welches an den Griffpunkten mit Alcantara, ansonsten mit Leder überzogen ist. Damit man genau weiß, wann das Lenkrad in neutraler Stellung ist, hat man dies, wie es aus dem Motorsport bekannt ist, mit einer roten Markierung gekennzeichnet. Außergewöhnlich aber zeitgemäß sind die verschiedenen Fahrinformationen, die man sich auf der Mittelkonsole anzeigen lassen kann. Darunter sind z.B. Turbo-Boost, G-Kräfte oder auch verwendetes Drehmoment.

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Fazit

Wer ein außergewöhnliches Auto sucht und auf eine gute Balance aus Sportlichkeit und Fahrkomfort möchte, wird mit dem Juke Nismo glücklich werden. Man erhält ein Gesamtpaket, welches es bis dato noch von keinem Hersteller gab. Nissan hat einen mutigen Schritt hingelegt, gerade für den Juke eine performance-orientierte Version zu bringen. Zum Glück, da das Konzept funktioniert und sicherlich bald schon weitere Kontrahenten auf den Markt kommen werden.